Schutz – Erholung – Erziehung

Kooperation mit der Natur, von Dieter Duhm

Es wird der Tag kommen,
an dem die Menschen über die Tötung eines Tieres
genau so urteilen werden,
wie sie heute die eines Menschen beurteilen.
Leonardo da Vinci (ähnlich auch Albert Einstein)

Es gab Zeiten und Kulturen, in denen dieses Denken noch klar war. Bei antiken Philosophen wie Thales, Pythagoras oder Empedokles war die Einheit des Lebens noch eine geistig wahrgenommene, selbstverständliche Tatsache. Aus ihr folgte ebenso selbstverständlich die Verwandschaft zwischen Mensch und Tier, ähnlich wie später bei Franz von Assisi oder bei den Katharern, und eine entsprechende ethische Haltung gegenüber der Tierwelt. Heute gilt es diese Haltung wiederzufinden und sie in der täglichen Arbeit umzusetzen.
Frieden schließen mit den Tieren – Dieter Duhm (aus: Die Heilige Matrix – ©Verlag Meiga)

Gemälde von Madjana_GeusenDr. Dieter Duhm
Dieter Duhm wurde im Jahre 1942 in Berlin geboren, mitten im Zweiten Weltkrieg. Er erlebte die Gewalt am eigenen Leib, in den Bombennächten in Berlin, auf dem Flüchtlingstreck nach Süddeutschland und dann in seiner neuen Heimat am Bodensee. 
Er war etwa 14, als er zum ersten Mal von Konzentrationslagern hörte…Jahre später war er einer der führenden Köpfe der Deutschen Linken in der 68er Studentenbewegung…kämfte er gegen Imperialismus und Vietnamkrieg…Er beschäftigt sich mit den geistigen Quellen, mit Nietzsche, Hegel, Rudolf Steiner, Jesus, Lao Tse…und erkannte: Ja, es ist möglich. So könnte Frieden gelingen….Nach vielen Wanderungen, Aufbauarbeiten und Rückschlägen, gründete er 1995 mit seiner Partnerin, der Theologin Sabine Lichtenfels, dem Physiker Charly Rainer Ehrenpreis und anderen das Zentrum Tamera in Portugal. Heute ist das Projekt in einer Phase der Verwirklichung eingetreten, die seinen anfänglichen Träumen entstricht.
Adresse: Institut für globale Friedensarbeit, Monte de Cerro, P-7630-303 Colos PORTUGAL Web: www.dieter-duhm.de

DD_Kunstkurs

Sonntagvomittag. Früher mußte ich zu dieser Zeit in die Kirche. Heute gehe ich in die Badwanne (Handelt es sich um dieselbe Person?) Jedenfalls liege ich in der Badewanne und bemerke einige winzige Tierchen an den Kacheln der Wand. Sie sind sehr dünn und vielleicht 3 Millimeter lang und habe ziemlich viele Beine. Ich beschließe, sie für Ameisen zu halten. Wo kommen sie her? Wovon leben sie? Was machen sie an der Wand?

Ich werde neugierig, es sind Mitgeschöpfe der Evolution, echte Lebewesen, Teil des einen Seins, sie müssen deshalb in irgendeiner Art von kosmischer Verwandschaft zu mir stehen. Ich beobache ihre Sonntagsspaziergänge an der senkrechten Wand und sehe, wie sie in einem kleinen Loch verschwinden. Das ist ihre Wohnung. Sie haben sich in dem Gips zwischen den Kacheln eine Wohnung gebaut! Was mag in ihnen vorgegangen sein, als sie dies taten? Woher hatten sie den Eifer und die Kraft, so etwas zu können? Normalerweise betrachtet man sie als Ungeziefer und putzt sie weg.

Hier treffen zwei Welten aufeinander, von denen die eine, die ältere, weichen muß. Das mag richtig sein im Sinne Darwins, aber ist es auch richtig vor dem Augen einer höheren Instanz?

Haben wir Menschen wirklich das Recht, mit solcher Selbstverständlichkeit jene Elemente des Lebens zu vernichten, die nicht in unser eigenes Lebenssystem passen? Ist es das Lebenssystem der Ameisen, welches hier falsch liegt – oder ist es unser eigenes? Ist vielleicht unser eigenes Lebenssystem nicht ganz richtig an eine höhere Schöpfungsordnung angepaßt?

Gäbe es eine Möglichkeit der gewaltfreien Koexistenz? Solche Fragen hätten wir noch vor wenigen Jahrzehnten als absurd bezeichnet, heute aber werden sie mit jeder weiteren Überlegung und mit jeder neuen Erfahrung immer aktueller. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit der Koexistenz, die alle Lebenwesen umfaßt? Werden wir sehen.

Ich habe an der Chaosforschung eines begriffen: Dinge, die auf einer bestehenden Ordnungsebene miteinander kollidieren, können auf einer höheren Ordnungsebene harmonieren. Wenn innerhalb eines bestimmten Sxstems Feindseligkeiten auftreten, können sie sich auf der Ebene eines neues Systems von höherer Ordnung in Freundschaft verwandeln. Die Lösung vieler Themen, liegt darin, eine höhere Ordungsebene zu finden.

Die Sache der Tiere…
ist unlöslich verknüpft mit der Sache des Menschen,
und zwar in einem Maße,
daß jede Verbesserung in unserer Beziehung zur Tierwelt
unfahlbar einen Fortschritt auf dem Wege
zum menschlichen Glück bedeuten muß.

Émile Zola

An faulen Tagen lege ich mich auf eine Wiese, pfriemele das Gras ein bißchen auseinander und beobachte das Bodenleben. Ich habe zu diesem Zweck schon Vergrößerungsgläser benutzt, weil ich aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen bin. Die Erde lebt überall. Ich weiß nicht, wie viele Hunderte oder Tausende von kleinen Wesen einen einzigen Quadratmeter bevölkern.

Nehmen wir diese ganze Schicht – Käfer, Ameisen, Würmer, Schnecken, Spinnen, Läuse bis hinab zu den Mikroorganismen – zusammen, so haben wir hier eine Bevölkerungsmenge, die wir in den kommenden Freidensplänen der Erde nicht mehr ignorieren können. Wir müssen annehmen, daß sie im Organismus der Biosphäre eine bedeutende Rolle spielen.

Unter diesen Gesichtspunkten ist es nicht mehr selbstverständlich, die Erde zu betonieren oder irgendwohin ein Haus zu bauen, ohne vorher mit den dort ansässigen Bewohnern Kontakt aufgenommen zu haben.

Solange es Schlachthäuser gibt,
wird es auch Schlachtfelder geben

Leo Tolstoj

Buchempfehlung: Dieter Duhm: Die heilige Matrix, Verlag Meiga ISBN 978-3-927266-14-8, geb., 464S

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