Schutz – Erholung – Erziehung

Zum „Wesen“tlichen finden, von Günter Jagoutz

„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“ Salvador Dali

Menschen habenso ihre schrulligen Eigenheiten. Sie glauben, was sie sehen. Dass das, was sie sehen, nicht das sein könnte, was es eigentlich ist, wissen sie dabei nicht.

Jagoutz Günter

Fotografikteam: Werbefotografie, Theaterfotografie, Luftbildfotografie, Pressefotografie, Industriefotografie, Videoproduktionen.
Kontakt: Grenzweg 43, 9061 Klagenfurt-Wölfnitz. Tel: 0463/281998, studio@jagoutz.at, www.jagoutz.at

Menschen sind teils schön anmaßend. Allen Ernstes behaupten sie, dass sie die Krone der Schöpfung seien. Sie haben umfassendere Fähigkeiten, die Welt/die Natur zu erleben, zu interprtieren und zu gestalten. Nur fürdie Krone der Schöpfung fehlt etwas Wichtiges: die Demut eingestehen zu können, dass das Sichtbare und Berührbaream Menschen nur ein Vehickel ist: das Werkzeug, die Schutzkleidung und das Funktionsmodul, mit dem das Wesentliche, das Bewusststein seinen Plan erfüllt.
Das ist natürlich. Das ist auch Teil der Natur des Menschen, dessen Aufgabe darinbesteht, für dasGesamtbewusstsein in derillusionären Einsamkeit desKörperlichkeit, die erst in allen – unendlichvielen  –  möglichen Erscheinungsformen undZuständen zubetrachten. Kurz: Um durch die Selbstbetrachtung erst wirklich sein zu können.
Schön langsam beginnen auch die im höchsten Grad verblendeten Menschen, die Zivilisationsmenschen, aufzuwachen und die Schmerzen zu spüren, die von der selbst gewählten Trennung von der natur herrühren. Und gleichzeitig zeugen die Schmerzen von dem Zwiespalt zwischen scheinbaren Annehmlichkeiten der Zivilisation und Verbundenheit mit der natürlichen, kraftvollen Lebendigkeit, welche die Verbundenheit mit der Natur garantieren würde.
Wie ein kleines Kind aus einer Mischung von intuitivem höheren Wissen und den simplen Anschauungen, die es zur Formung eines eigenen Weltbildes aus der Umwelt übernimmt, seine fürErwachsene ob ihrer „Realitätsfremdheit“ witzigen Rollenspiele kreiert, so basteln die naturentfremdeten Meschen an der Wiederherstellung einer heilen Natur. Wobei die Inhalte, welche dem Begriff Natur beigestellt werden, auch oft genug zum Lachen wären, wären sie nicht zu oft zum Weinen, wegen der vielfach eben menschlichen unvernünftigen Ansätze.
Ist das Wort Natur nicht eine Ableitung von dem lateinischen Wort nasci, geboren werden? Heißt geboren werden nicht doch, in die Eigenverantwortlichkeit des Lebens bzw. der Lebendigkeit entlassen zu werden? Und steckt nicht hinter jedem Naturgesetz der liebevolle Plan des- allumfassenden- Bewusst-Seins, sich in allen Entwicklungen bezeichnet werden, freudvoll und heilig wieder zu erkennen?
So gesehen wäre eigentlich Natur, der Naturgarten, noch immer der Garten Eden. Das Paradies, aus dem uns nicht der Teufel gelockt hat, sondern die Enge- davon kommt auch Angst- unserer Auffassungskapazitäten, die von den Leistungen der Sinne und der Verarbeitungskapazitäten des Gehirns abhängen und für uns vorläufig auf vier Dimensionen beschränkt sind. Mit unserem Verstand und unserem Denken, das der weiteren Beschränkung durch sprachliche Definitionen unterliegt, haben wir uns mit der Natur in die Illusion des Getrenntseins verbannt.
Aber jetzt waren wir lange genug da, in dem Äußeren, in der Welt der Illusionen, ohne die die Orientierung im materiegebundenen Sein nicht möglich wäre. Jetzt suchen wir wieder die Einheit mit der Natur und sehnen uns zurück zur Einheit im „Wesen“tlichen.

Die Menschen sind oftmals schrullig. Viele Ihrer „natürlichen“ Regungen und Ambitionen sindso menschlich geprägt: verordnet, wohl definiert, in museale Glashäuser und Reservate gesperrt. Da eben die Erfahrung felht, Angst davor, die Natur sich selbst zu überlassen. Außderdem sind dann ja auch die Annehmlichkeiten bzw. scheinbaren Werten der Zivilisation gefährdet: Geld, Besitz und Herrschaftsucht. Das Urvertrauen, das Vertrauen ins Leben bleibt dabei unweigerlich auf der Strecke.
Noch wirkt es vielleicht als verwunderliche Eigenheit, einen Naturgarten einrichten zu wollen. Aber diesen Ausdruck der Sehnsucht nach der Urkraft und der Heiligkeit des Lebens brauchen die Menschen als Basis zum Aufbruch aus der Gefangenschaft des rationalen Denkens und der Illusion des Getrenntseins.
Und die Mutter Erde, ein sehr natürliches und lebendiges Wesen, dürfte dabei vielleicht lächeln, wenn es an einigen Stellen ihres geschundenen Körpers nicht mehr schmerzt, weil da „derNatur ihres Wesen“ wieder freier, natürlicher Lauf gelassen wird.

Diesen  Beitrag entnahm ich aus dem Buch „Das Herz von Kärnten – Vom Steinbruch zur Naturgartenvision“ und wurde vom Autor auch für dieses Blog freigegeben.

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