Schutz – Erholung – Erziehung

NaturSteinGarten – Das Herz von Kärnten

Das Naturgartenkonzept Naturgarten: Schutz – Erholung-Erziehung ist untrennbar verbunden mit diesem Steinbruch in Keutschach am See.

Natürlich finde ich es schade, dass es nicht gelungen ist, dieses Juwel der  Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben. Deshalb in Erinnerung und auf viele Anfragen zum Steinbruch aber auch zu Steinwelten, Steingarten und auch zum Thema NaturSteinGarten, diese Vorstellung aus dem Jahr 2005.

Das Herz von Kärnten
Von einer verwundeten zu einer heilenden Landschaft

NaturSteingarten-Foto-1Liebe Natur- und Gartenfreude,
die magische Kraft der Berge vor allem des Steines hatte schon immer enormen Einfluss auf den Menschen. Ob dies die physische und psychische Anziehungskraft der entfernten Gipfel für Bergsteiger ist oder die Obsession der Steinmetze, den Stein zu durchdringen und seine Geheimnisse zu entdecken.

Stilgelegte Abbauflächen sind da meist Stiefkinder des Landschaftsinteresses. Häufig werden solche „Gstätten“ als uninterssant oder gar störend empfunden und es gibt zahlreiche Bestrebungen, diese wertvollen Kleinstrukturen zu eliminieren. Dabei stellen diese Flächen, wenn sie über einen längeren Zeitraum sich selbst überlassen werden, oftmals die einzige „Wildnis“ innerhalb der Kulturlandschaft bzw. innerhalb von verbauten Gebiet dar.

Natursteingarten-Foto-2Landschaften erzählen, sie beeinflussen uns in erheblichen Maße. Wir reagieren darauf in verschiedenster Art und Weise. Natur- und Kulturräume inspirieren uns. Das Wort „inspirieren“ bedeutet „einatmen“. Auch die Grüngestaltung in Österreich ist in den letzten Jahrzehenten von innen heraus inspriert und dadurch kreativer geworden. Das 21. Jahrhundert ist grün!

Aus diesem Grund will ich Ihnen nochmals den Kalksteinbruch in Keutschach diesen Erlebnisraum, eine Quelle für Naturkommunikation, als Naturgarten vorstellen.

Die Natur hat vielschichtige Impulse für uns. Mensch und Natur stehen also in Kommunikation miteinander. Zugegeben, ein Steinbruch ist eine durch die Arbeit des Menschen entstandene „künstliche“ Landschaft. Eine verwundete Landschaft? Bedarf sie der Heilung?

Die Idee der „Renaturierung“ widerspricht allen logischen „wirtschaftlichen“ Grundregeln. Akzeptanz fürs „Nichts tun“ gibt es aber auch keine, obwohl Fauna und Flora innerhalb einer gewissen Zeit die vom Menschen aufgegebenen Gebiete wieder zurückerobern würden. Dies wird aber als Nachgeben gegenüber der Wildnis interpretiert. Also muss der Mensch „der Herrscher“, Erde über den Stein schütten, Gras ansäen, Bäume pflanzen um  sich „Selbst“ zu bestätigen.

Wir aber wollen Harmonie zwischen Natur und Kultur! Der Naturgarten, ein Lichtblick in der Landschaft?

Naturkontakt und Gartenarbeit entwickeln im Menschen eine positive Energie, eine innere Überzeugung die man wahrlich spüren kann. Diese Energie schafft ein beruhigendes Klima und ist eine reiche Kraftquelle für uns.

Was glauben Sie, wie viele international anerkannte offizielle Gärten wir in Kärnten haben?!
Zum Beispiel: den Alpengarten – Villacher Alpe im Naturpark Dobratsch, den botanischen Garten in Klagenfurt und…

Der Erfolg dieser Beiden beruht auf ihrer einzigartigen Lage und zum großen Teil darauf, dass es in Europa mehrere Alpengärten sowie botanische Gärnten gibt, ein Netzwerk dieser Gartentypen also.

Zwischen diesen Beiden oben genannten Gärten liegt der Wörthersee. Zu diesem parallel verläuft südlich das Keutschacher Seental mit seinen vier Seen, dem Moor und unzähligen Teichen. Nördlich des größten, dem Keutschacher See, findet man am Fuße des Pyramidenkogels den Steinbruch. Versteckt durch Bewaldung ist er aus dem Blickfeld geraten.

Im Sommer 2002 rückte der Steinbruch wieder näher in unser Bewusstsein und behutsam entstanden Ideen, deren Ziel es waren, das Zusammenspiel von Natur und Mensch zu fördern. Im Jahre 2003 hat der Naturgartenverein „Tautropfen“ (inzwischen aufgelöst) den alten Kalkofensteinbruch an der Keutschacher Bundesstraße gepachtet mit dem Ziel, die vorhandenen Gegebenheiten in Form eines Naturgartens der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Viele Besucher schreckt der Bewuchs des Steinbruchs ab. Durch das viele Wasser ist in den letzten Jahrzehnten eine Tümpelvegetaion entstanden. Die verhüllte Schönheit -en des Steinbruches sind aber erst bei genaueren hinsehen zu erkennen.

Wasser hat im modernen Garten einen ungeahnten Siegeszug angetreten und noch eine große wichtige Zukunft vor sich. Im Steinbruch ist durch die Verbundenheit des Wassers mit den natürlichen Steinzusammensetzungen (Mamor-  Schiefer) und Felsenelementen  ein Refugium entstanden.

Ein Ort, um Kraft zu sammeln. Solche Kleinprojekte können Wertschöpfungen mit dem Siegel „Natur“ in Zusammenarbeit mit Geschichte, Land, Leute und Technik etc. zum Wohle für die Bevölkerung und dem Tourismus beitragen. Das wollten wir mit dem Steinbruch realisieren.

Geplant war, die im linken (westl) Teil des Kessels (des Herzens) befindliche Feucht- bzw. Wasserfläche möglichst ungestörrt zu belassen (evtl. Entfernung von störenden Bäumen). Das wäre die Naturzone. Im restlichen Teil der sogenannten Kulturzone wird der dichte Fichtenbewuchs gelichtet, ein Kommunikationskreis (Fläche zum Sitzen, Bewegen, Betrachten der Steilwände) erreichtet, Beete mit Duftpflanzen angelegt, Infotafeln aufgestellt. Grundsätzlich waren angedacht gewesen, heimische standortgerechte mehrjährige Bepflanzungen. Nach dem Motto: Weniger ist mehr – weniger Sorten, dafür intensivere Wirkung.

Dieser Einklang mit der Natur wäre die Basis für kulturelle Aktivitäten gewesen (z.B. Lesung). Die steilen Wände bewirken eine hervorragende Akustik, ideal für musikalische Darbietungen.

Für Natur – und Erlebnispädagogik bietet das Feuchtbiotop eine Ergänzung zu dem Moorflächen außerhalb des Steinbruchs (Ramsargebiet). Aus Sicht des fachlichen Naturschutz (Mag. Berhard Gutleeb, Amt der Kärntner Landesregierung), wäre die Schaffung eines Naturgartens als vielfältiger Lebensraum für geschützte Tiere und Pflanzen im aufgelassenen Steinbruch im Interesse des Naturschutzes.

Die vielfältige Gesteinsstruktur macht diesen Steinbruch zu einem „geologischen“ Klassenzimmer im Bezug zum geologischen Einziartigkeit Kärntens. 

Landesgeologe Dr. Richard Bäk dazu: „Die Vielfalt von Kärnten hat ihre Grundlange  in den unterschiedlichen geologischen Verhältnissen des Landes, von den hochalpinen Regionen des penninischen Tauernfesters zu den kristallinen Höhenrücken der Nockberge und zu den schroffen Kalkzügen der Karawanken und Gailtaler Alpen. Dazwischen die tiegen alpinen Täler und Beckenlandschaften, eine Morphologie, die durch die mächtigen Gletscher der Eiszeit geprägt wurde. Diese Vielseitigkeit begeistert mich, so dass mir bei der Arbeit als Geologe in Kärnten für Kärnten nie langweilig wird.

Es ist ein schönes Gefühl, dass der Kalksteinbruch in Keutschach am See ein Teil dieser herrlichen Symbiose ist.

Aus diesen vielen ideellen Bausteinen sollten rechtliche Grundlagen geschaffen werden, um schützenswerte Biotope im Gesamten zu erhalten. Gleichzeitig sollen kleinräumige Eingriffe im gärtnerischen Sinn ermöglicht werden, die aber innerhalb eines gesetzlichen Rahmens festgelegt werden sollen und von Naturgarten zu Naturgarten verschieden sein dürfen. Durch die gesetzliche Verankerung eines „Naturgartens“ soll die Möglichkeit öffentlicher oder/und privater Geldmittelzuflüsse geschaffen werden, die wiederum die materiellen Grundlagen von Naturgärten schaffen.

Jeder Stein, jeder Garten in der Natur und Kultur hat seinen Klang. Der Satz „man sieht nur was man weiß“ erhält gerade im Zusammenhang mit der Beobachtung von weniger spektakulären Abläufen und Ereignissen in unserer natürlichen Umgebung eine nachhaltige Bedeutung. Daher ist die Dokumentation einzelner Elemente und Besonderheiten sowie auch deren funktionelle Zusammenschau in Naturgärten besonders wichtig.

Ein kleiner Naturgartenführer soll dem interessierten Besucher nahe bringen was er sieht.

13 Kommentare zu “NaturSteinGarten – Das Herz von Kärnten”

  1. […] sogenannten Schutz bemerkte ich an den  Aussagen vieler Besuchern des  Steinbruches: ” Durch diesen geschlossen Raum die Felsenwände, den Himmel sehend fühlen wir uns […]

  2. […] Dieses Fundament, dieser Boden, macht diese wunderbare Vielfalt Kärntens aus.  Quelle: Berichtzusammenfassung Landesgeologe Dr. Bäk […]

  3. […] Dieses Fundament, dieser Boden, macht diese wunderbare Vielfalt Kärntens aus. Quelle: Berichtzusammenfassung Landesgeologe Dr. […]

  4. […] ist Steinreich, korrekt Gesteinsreich, es gibt auf der ganzen Welt kein Land, wo auf einer Fläche von 10 000 km² so viele […]

  5. […] ist Steinreich, korrekt Gesteinsreich, es gibt auf der ganzen Welt kein Land, wo auf einer Fläche von 10 000 km² so viele […]

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  11. […] anzuerkennen, besser gesagt überhaupt erst einmal kennen zu lernen. Ja und es ist wichtig den Wert der Gemeinschaft, der Gemeinde durch Gespräche vor allem das Zuhören zu […]

  12. […] ist Steinreich, korrekt Gesteinsreich, es gibt auf der ganzen Welt kein Land, wo auf einer Fläche von 10 000 km² so viele […]

  13. […] Naturgarten » Pyramidenkogel, Steinwelten und Naturgarten Teil 49: Krastaler Marmor bei NaturSteinGarten – Das Herz von Kärnten […]

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