Schutz – Erholung – Erziehung

Naturgarten – Unterstützung für Menschen, von Michael Fleischmann

Natur ist für Menschen, sowohl im städtischen Kontext, aber auch immer mehr im ländlichen Raum, zu etwas Bedrohendem und Unbekanntem geworden. Damit meine ich gar nicht die Abgeschnittenheit von Kindern und Jungendlichen aus der Stadt, die keine landwirtschaftlichen Nutztiere mehr kennen, sondern das Bewusstsein, wie unsere Natur funktioniert, dass die Natur etwas Wichtiges und Lebendiges um uns herum ist und wir darauf achten sollten.

rrm-logoJede Möglichkeit ist zu nutzen, damit Menschen mit der Natur in Berührung kommen.
www.raumregionmensch.at

Es ist aber auch hierbei zu unterscheiden zwischen der Natur, die als Ergebnis unserer kulturellen Entwicklung um uns besteht, der typischen Kulturlandschaft, und dem ursprünglichen Naturbegriff, wo möglichst wenig und sehr achtsam eingegriffen wird.

 
DI Micheal FleischmannDI Michael Fleischmann
Nach dem Studium an der Technischen Universität (Raumplanung und Raumordnung) und nach Ablegung der Ziviltechnikerprüfung gründete er 1990 ein eigenständiges Planungs- und Beratungsunternehmen in NIederösterreich, wo er sein Fach-Know-How mit systemischer Prozessarbeit verbindet.
Weiters ist er selbstständiger Unternehmensberater mit den Schwerpunkten systemische Strukturaufstellungen (Organisationsaufstellungen), Persönlichkeitstraining und Führungskräftetraining.
Kontakt: Obersulz 109, 2224 Sulz im Weinviertel

Wie können wir (in welcher Funktion auch immer) Menschen den Zugang zur Natur ermöglichen?

Wenn wir von einem ganzheitlichen Menschenbild (Körper – Seele – Geist) ausgehen, so ist es notwendig, alle drei Teile anzusprechen und mit Natur in Kontakt zu bringen. Entsprechende Konzepte müssen diese drei Ebenen berühren und damit Wachstum und Veränderung in den Menschen ermöglichen.

Am einfachsten scheint dies bei den körperlichen Aspekten möglich zu sein. Ich kann Menschen dazu einladen, in die Natur zu gehen und sie mit allen 5 Sinnen erleben lassen. Eine umfassende Einbindung der Sinne erscheint wesentlich, weil nur dadurch eine gute Verankerung in den Menschen ermöglicht wird. Andernfalls könnte es geschehen, dass lediglich das schöne Bild in Erinnerung bleibt. Wenn wir die anderen Sinne (Hören, Riechen, Schmecken und Spüren) auch ansprechen, wird das Ergebnis nachhaltiger in uns verankert werden.

Mit Seele meine ich den Aspekt der Gefühle, der Emotionen, des Spürens, aber abgehoben von der körperlichen Ebene. Diesen Zugang können wir durch längerfristigen Aufenthalt in der Natur (im weitesten Sinne Aufenthalt im Freien) erlebbar machen. Als Mensch bin ich eingeladen, wahrzunehmen, was um mich herum passiert und darauf zu achten, was das an Erwartungen in mir befriedigt, was das an Wünschen auslöst und was damit an (neuen und vielleicht unvertrauten) Gefühlen auftaucht.

In einem nächsten Schritt wäre herauszuarbeiten, was diese Vielzahl an Gefühlen und Emotionen in mir verändert. Wie ich mich damit auch verändere. Meine persönlichen Erfahrungen damit sind durchwegs positiv. Es macht mein Leben reicher und bunter, wenn ich mich auf diese Wahrnehmungen einlasse und sie auch in meinem Innersten zulasse.

Was aber ist mit dem Geist, wie können wir den in der Natur ansprechen und zugänglich machen? Geist bedeutet für mich eine spirituelle Komponente, eine Verbindung mit etwas außerhalb von mir und völlig unabhängig von Religion, mit etwas Höherem.

Dieses Etwas kann man auch mit der Natur gleichsetzen, es kann aber auch das Bewusstsein entstehen, wie gut geordnet unsere Umwelt ist, wie klar alles zueinander passt und wie gut es uns als Menschen geht. Dieses Bewusstsein kann am ehesten, wenn ich offen bin und mich auf Neues einlasse oder wenn ich mich in Situationen befinde, wo ich mich diesem Neuen konfrontieren kann. Vielleicht gelingt dann eine Kontaktaufnahme mit etwas Göttlichen, mit einem höheren Etwas, das mich als Menschen anspricht.

In jedem Fall handelt es sich bei all diesen Kontaktaufnahmen der einzelnen Ebenen des Menschen mit der Natur um keine Momentaufnahme, sondern um einen langen und andauernden Prozess, auf den ich mich einlassen kann oder dem ich mich verweigere. Diese Entwicklung, einmal in Gang gesetzt verändert mein Bild auf die Menschen und mein Bild auf die Natur, auf alles, was lebt und sich entwickelt.

Vielleicht fragen Sie sich, was das Ganze mit Naturgarten zu tun hat?

Nun ich bin der Überzeugung, dass in unserer Kultur ein Zugang zur Natur meist sehr verschüttet ist und wir Räume schaffen oder erhalten sollten, wo dieser Zugang zur Natur gut und einfach möglich ist.

Das Konzept eines Naturgartens oder langfristig eines Netzes von Naturärten bietet die Chance diese Entwicklung den Menschen anzubieten, bieten Menschen die Möglichkeiten, in diesen Erlebnisräumen neue Erfahrungen zu machen und zu wachsen.

 

 

 

Diesen Beitrag kommentieren ...

CAPTCHA *