Schutz – Erholung – Erziehung

Naturgarten Beitrag Villach: Der Naturpark Dobratsch

Naturpark-DobratschErster Kärntner Naturpark www.naturparkdobratsch.info/de

Erster Beitrag: Buchpartnerschaft  Stadt Villach

Inhalt
Der Naturpark Dobratsch – Hausberg der VillacherInnen und Villacher
Was ist ein Naturpark? (allgemein)
Säule Schutz
Säule Erholung
Säule Bildung
Säule Regionalentwicklung
Entstehung des Naturpark Dobratsch
Größe und Gebietserklärung des Naturpark Dobratsch
Unser Naturpark wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet
Hier eine Auswahl an Maßnahmen des Naturpark Dobratsch:
Naturpark Dobratsch Erlebniswanderung
Greifvogelwochen
Naturpark Schule
Winter im Naturpark Dobratsch
Alpengarten Villacher Alpe (siehe Beitrag Alpengarten)

Der Dobratsch als Hausberg der Villacherinnen und Villacher und nunmehr der Naturpark Dobratsch ist mehr als ein Naherholungsgebiet. Kaum ein Berg, kaum ein Landschaftsraum, wird von den BewohnerInnen der Umgebung so emotional betrachtet wie der Dobratsch. Diese starke, gefühlsmäßige Bindung an den Berg hängt einerseits mit seiner majestätischen Kraft und Erscheinung zusammen, andererseits mit den Symbolen: Er ist der Trinkwasser – und Thermalwasserspeicher, er weist die höchsten Bergkirchen auf und die höchste Großsendeanlage des ORF.

Die Bevölkerung, die um den Berg lebt, identifiziert sich mit dem Berg und dem Naturpark und schätzt die Einrichtungen, die Hütten, die Alpenstraße, die Aussichtspunkte, das Angebot. Die leichte Erreichbarkeit – wo kann man schon bequem in 20 Minuten von der Stadt in Hochgebirge bzw. in „unberührte“ Natur gelangen – ist eine weitere Besonderheit, die auch den sehr starken Besucherzustrom ausmacht.

Die hohe Beliebtheit des Naturparks schafft aber auch Verantwortung, das Erreichte zu verbessern und weiterzuentwickeln, das Besondere zu bewahren. Gleichzeitig wird der Naturpark Dobratsch von vielen Seiten genau „beobachtet“ und dient oftmals als Vorbild aber auch als Prüfstein, ob die Besucherbeliebtheit mit dem Schutzgedanken vereinbar ist. Der Naturpark als Schutzgebiet hat somit auch eine Verantwortung gegenüber der Natur und dem Schutz der Lebensräume, der Tier- und Pflanzenwelt.

Was ist ein Naturpark? (allgemein)
Ein Naturpark ist ein geschützter Landschaftsraum
, der aus dem Zusammenwirken von Mensch und  Natur entstanden ist. Oft handelt es sich um Landschaftsräume, die im Laufe von Jahrhunderten die heutige Gestalt bekommen haben und die durch die Menschen, die hier leben und wirtschaften, durch schonende Formen der Landnutzung und der Landschaftspflege erhalten werden sollen. Im Naturpark wird diese Kulturlandschaft von besonders ästhetischem Reiz für den Besucher durch spezielle Einrichtungen erschlossen und als Erholungsraum zugänglich gemacht.

Ein Naturpark verfolgt dabei 4 Ziele oder „Säulen“, um die besondere Landschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln:

Säule Schutz
Ziel ist, den Naturraum durch nachhaltige Nutzung in seiner Vielfalt und Schönheit zu sichern und die  durch Jahrhunderte geprägte Kulturlandschaft zu erhalten.

Säule Erholung
Ziel ist, dem Schutzgebiet und dem Landschaftscharakter entsprechend, attraktive und gepflegte Erholungseinrichtungen anzubieten.

Säule Bildung
Ziel ist, durch interaktive Formen des Naturbegreifens und -erlebns und durch spezielle Angebote Natur, Kultur und deren Zusammenhänge erlebbar  zu machen.

Säule Regionalentwicklung
Ziel ist, über den Naturpark Impulse für eine regionale Entwicklung zu setzen, um damit die Wertschöpfung zu erhöhen sowie die Lebensqualität der Bevölkerung zu sichern.

Im Gegensatz zu Nationalparken, deren oberstes Ziel der „Schutz“ der Natur- und Kulturlandschaft ist, sind bei den Naturparken die 4 „Säulen“ als gleichrangige Ziele anzusehen. In der Praxis sollte somit versucht werde, zu allen 4 Säulen Maßnahmen und Vorhaben umzusetzen und nicht eines dieser Ziele stärker zu verfolgen als ein anderes.

Entstehung des Naturpark Dobratsch
Die ersten Überlegungen zur  Errichtung eines „Naturparks“ im Bereich des Dobratsch reichen zurück bis in die 1980er Jahre. Die Bleiberger Bergwerksunion(BBU) begann mit den Schließungsarbeiten. Der Jahrhunderte alte Blei- und Zinkabbau war nicht mehr wirtschaftlich. Die BBU war damals auch Grundbesitzer großer Teile des Dobratsch (vor allem des Nordhanges) und des Erzberges. Im Auftrag der BBU wurde für diese Fläche ein Nutzungskonzept erstellt, das erstmals auch die Bezeichnung „Naturpark“ enthielt.

Im Jahre 1997 wurde Villach mit dem Titel „1. Alpenstadt des Jahres“ ausgezeichnet. Im Zuge dieses „Festjahres“, bei dem es viele Veranstaltungen zu den Themen „stadtnahe Schutzgebiete“ und „nachhaltige Nutzung“ gab, wurde erste Überlegungen zum Schutz des Trinkwassers im Dobratschgebiet angestellt.

Vor allem die Arbeitsgruppe „Natur“ formulierte erste Schutzziele für den Dobratsch. Aus dieser Arbeitsgruppe „Natur“ entwickelte sich eine lose Gruppe von BürgerInnen unter dem Motte „Rettet den Dobratsch“. Sie forderten einen verbesserten Schutz des Dobratsch als Trinkwassereinzugsbegiet für Bad Bleiberg und die Stadt Villach.

Der Dobratsch war in den 1990er Jahren noch Schigebiet. Das Liftangebot umfasste fünf Schlepplifte und einen Sessellift und lag auf einer Seehöhe zwischen 900 und 1.960 Metern. Die Abfahrten lagen zum Großteil in der Zone der subalpinen Dobratsch-Wälder und waren großteils nordexponiert. Die Zahl der beförderten Personen der Dorbratschlifte nahm von 987.876 im winter 1991/92 auf 202.285 im Winter 2000/2001 kontinuierlich ab. Der Hauptgrund für diesen Rückgang waren scheearme Winter und fehlende Beschneiungsanlagen. Ende der 1990er Jahre wurde somit auch von Seiten der Schiliftbetreiber Möglichkeiten für die Weiterentwicklung des Liftbetriebes am Dobratsch gesucht. Eine künstliche Beschneiung der Schipisten wurde angedacht.

Aufgrund der Auflagen des Naturschutzes und des Trinkwasserschutzes war es jedoch nicht möglich, den Ausbau des Schigebietes vorzunehmen. Somit musste von Seiten der politischen Verantwortlichen der Stadt Villach eine Alternative zum Schigebiet gesucht werden.

Daraus ergab sich die einmalige Situation gleichzeitiger „bottom up – Initativen“ aus der Bevölkerung für den Dobratsch und einem „top down Interesse“ der Politik für eine Nutzungsstrategie für den Berg ohne Schibetrieb.

In den Jahren 1999 bis 2001 wurde daraufhin in vielen Arbeitsgruppen, koordiniert durch die Stadt Umland Regionalkooperation Villach und mit sehr vielen, großteils ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, ein Einreichkonzept für den Dobratsch zum ersten Naturpark Kärntens erarbeitet.

Der Naturpark Dobratsch wurde am 24.09.2002 vom Land Kärnten zum 1. Naturpark Kärntens verordnet.

Größe und Gebietserklärung des Naturpark Dobratsch

Der Naturpark Dobratsch hat eine Fläche von 7250 ha

Er besteht aus den Landschaftsschutzgebieten
– Villacher Alpe (3.880 ha, LGBl. 45/70)
– Schütt West (947 ha, LGBl. 46/70)
– Schütt Ost (91ha, LGBl. 47/70)
dem Naturschutzgebiet
-Villacher Alpe (2.331 ha, LGBl. 84/42, A: 25/67, A: 23/70)
und den Natura 2000 Gebieten
– Dobratsch
– Schütt – Graschelitzen (z.T.)

Die Naturpark Region gibt es nur in Kärnten, die Region des Naturpark Dobratsch besteht aus den Gemeinden
– Nötsch im Gailtal
– Bad Bleiberg
und Teilen des Gemeindegebietes von
– Arnoldstein
– Stadt Villach (Heiligengeist, Fellach, Warmbad, Schütt)

Fläche der Naturpark Region und des Naturpark Dobratsch zusammen: 16.081, 58 Hektar

Die Naturpark Region kann als „Pufferregion“ zwischen Wirtschaftsraum und Naturpark verstanden werden, wobei Gemeinden und das Land Kärnten die Möglichkeit haben, in dieser Region Maßnahmen zu fördern, die dem Naturpark zuträglich sind.

Diese Ausweisung einer Naturpark Region durch den Gesetzgeber ist nur im Kärntner Naturschutzgesetz zu finden.

Unser Naturpark wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet:
2008: Österreichs Naturpark des Jahres
2009: Ernennung der ersten Naturpark Schule Österreichs (Volksschule Arnoldstein)
2011: Umweltpreis der Stadt Villach

Hier eine Auswahl an Maßnahmen des Naturpark  Dobratsch:
Naturpark Dobratsch Erlebniswanderung
Im Jahre 2004 wurde mit dem Aufbau von Naturpark Erlebnisführungen begonnen. Das Programm laufend ausgebaut und erweitert. Als Qualifikationsvoraussetzung müssen Naturpark BetreuerInnen zumindest die Ausbildung zum Bergwanderführer zu zusätzlich zum zertifizierten Waldpädagogen oder zum Natur- und Landschaftsführer vorweisen. Unsere Naturpark-BetreuerInnen sind aber auch staatlich geprüfte FremdenführerInnen, WasserschullehrerInnen, Jäger oder staatlich geprüfte Nationalpark-BetreuerInnen. Derzeit gibt es im Naturpark Dobratsch 8 Naturpark-BetreuerInnen.

Besonders hervorzuheben ist das große Interesse der Schulen und Kindergärten. Es werden Jahresprojekte mit Volksschulen und Kindergärten durchgeführt, damit schon die „Kleinsten“ in dern „Naturpark Gedanken“ einführt werden. Über die Jahre kristallisierte sich der Unterschied zwischen Naturpark Führungen mit pädagogischen Hintergrund (Schulführungen, Weiterbildungen…) und touristischen Führungen heraus. Nunmehr werden touristische Führungen mit Theater – Dramaturgen inszeniert. Dabei tritt die Wissensvermittlung in den Hintergrund und das „Natur-Erleben“ und „Natur-Genießen“ werden stärker betont. Ruhige Phasen der Führung wechseln mit erzählenden ab.

Mit dieser Methode soll der Urlaubsgast für das Schutzgebiet begeistert werden, ohne mit „erhobenem Zeigefinger“ eingeschüchtert zu werden. Die Naturpark RangerInnen bilden somit die Basis der „Wissensvermittlung“ im Naturpark Dobratsch. Sie sind vor Ort erkennbar und erlebbar, verkörpern den Naturpark als Person. Ihnen kommt auch in der Einhaltung der „freiwilligen Beschränkungen“ im Naturpark eine wesentliche Rolle zu.

Greifvogelwochen
Über 5.000 Greifvögel, allen voran die Wespenbussarde, überfliegen jährlich in der Zeit von Mitte August bis Anfang September den Naturpark Dobratsch. Der Naturpark veranstaltet dazu jährlich eine Greifvogelwoche. Dabei informieren die Naturpark Ranger täglich von ende August bis Anfang September von 10 bis 15 Uhr auf der Aussichtsplattform am Parkplatz 6 der Villacher Alpenstraße die BesucherInnen über die vorbeiziehenden Greifvögel, deren Zugverhalten und den Schutz.

Die Greifvögelwoche, besser gesagt der Wespenbussardzug, verbindet verschiedene Teilbereiche der Naturpark-Arbeit. Einerseits werden wissenschaftliche Arbeiten unterstützt, denn diese Arbeiten sollen letztendlich in die Erweiterung der „Important Bird Area“ im bereich Doratsch/Schütt einfließen.

Andererseits bildet die Wissensvermittlung durch die Naturpark RagerInnen einen weiteren Aspekt. Aber auch die „Nutzung“ als touristisches Angebot mit einigen hundert Nächtigungen jährlich entspricht dem Naturpark Ziele der Erhöhung der regionalen Wertschöpfung.

Naturpark Schule
Die Akzeptanz für einen Naturpark hängt vom Bewusstsein der Bevölkerung zur Naturlandschaft und zur historischen gewachsenen Kulturlandschaft ab.  Aus diesem Grund ist es notwendig, schon im Kindesalter den Naturpark Dobratsch durch Naturpark Schulen. Diese widmen sich im Lehrplan und im Leitbild aber auch in der Infrastruktur (Medienraum) und durch spezielle Naturpark Tage und Projekte ganz dem Thema Naturpark Dobratsch.

Das Konzept der Naturpark Dobratsch Schule wurde vom Verband der Naturparke Österreichs (VNÖ) als Vorbild für sämtliche Naturpark Schulen in Österreich  herangezogen. Auch in Villach haben sich neben der 1. Österreichischen Naturpark Schule (Volksschule Arnoldstein) und der Naturpark Partnerschule St. Leonhard bei Siebenbrünn zwei Volksschulen (VS Pogöriach und die VS Vassach) entschieden, Partnerschulen des Naturparks zu werden.

Winter im Naturpark Dobratsch
der Naturpark Dobratsch ist der einzige Naturpark Europas mit einem Sommer- und einem Winterprogramm. Die Schiliftanlagen wurden abgebaut. Das nunmehrige Winterangebot des Naturparks besteht  aus einer Langlaufloipe (5,5 km beim Parkplatz, Alpengarten), aus Winterwanderwegen (ca. 5 km) auf der Rosstratte, dem Gipfelwanderweg (ca. 4 km) und aus Schitouren-Routen von Heiligengeist zur Aichingerhütte, Rosstratte und zur 10er Hütte.

All diese Angebote zeichnen sich durch präparierte Wege und Loipen aus. Die Präparierung bieten zahlreiche Vorteile: es kommt zu einer Besucherlenkung, die Wege sind auch im Winter mit normalen Schuhen begehbar und die Schitourenrouten werden vor allem von „weniger Geübten“ Schitourenwanderern für den Aufstieg und die Abfahrt genutzt.

1 Kommentar zu “Naturgarten Beitrag Villach: Der Naturpark Dobratsch”

  1. […] des Buchpartners Der Naturpark Dobratsch Der Alpengarten – Villacher […]

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