Schutz – Erholung – Erziehung

„Naturgarten“ als Sponsoringobjekt für die Wirtschaft, von Hermann Senekowitsch

Säulenmodel-SenekowitschEinleitend zu diesem Artikel erscheint es mir sinnvoll, kurz auf den Begriff CSR – Corporate Social Responsibility – und auf die dahinter liegende Idee einzugehen: Unter CSR versteht man …

Senekowitsch Hermann, Ing. Mag.
Geb.1962. Studium der Betriebswirtschaftslehre (Marketing und Industriebetriebslehre) an der Karl-Franzens-UNiversität Graz, verschiedene Ausbildungen im Qualitätsmanagement, Betriebsberaterprüfung, allg. beeid. und gerichtl. zertifizierter Sachverständiger, Gutachter zum „Audit Familie und Beruf“, Gutachter zum „Audit familien- und kinderfreundliche Gemeinde“. Privat als Kinder- und Jugendbetreuer im Rahmen des ÖVA tätig; staatlich geprüfter Skiinstruktor sowie Trainer für Kinderskilauf und Jugendskirennlauf. Seit 1994 selbstständiger Unternehmensberater und Trainer im WIFI Klagenfurt, 1999 – 2006 METON – UNTERNEHMENSBERATUNG, SENEKOWITSCH UND PARTNER in Klagenfurt, seit 2006 Auditor für QM Systeme, Lehrbeauftragter der Hamburger Fern-Hochschule im Studienzentrum Klagenfurt.
Kontakt: Tel. 0664/3415859, h.senekowitsch@meton.at

…allgemein die Übernahme der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen in ihrem gesamten wirtschaftlichen Tun. Sie basiert auf dem sogenannten 3-Säulen-Modell welches, gemäß den jeweiligen Gesetzen und Verordnungen, eine freiwillige Verpflichtung zur Verbesserung der unternehmerischen Einflüsse auf die Ökologie, auf die Ökonomie sowie auf die Sozialfaktoren beinhaltet.

Die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen trat in den letzen Jahren durch die bei vielen Unternehmen fast bedingungslose Orientierung nach dem „Shareholder Value“, also der finanziellen Gewinnmaximierung, in den Vordergrund. Bei allen nachhaltigen denkenden Wirtschaftsteilnehmern stößt dieser sich allein kurzfristig gewinnmaximierende Ansatz der Konsumenten auf die Auswirkungen eines solchen Denkens. Man erinnere sich nur an die Diskussionen über die diversen Umweltkatastropen sowie die Ausbeutung von Mitarbeitern in verschiedenen Ländern unserer Welt. Ein weiterer Aspekt entstand in der letzten Zeit aus den fragwürdingen Zuständen der gesellschaftlichen und finaziellen Moralvorstellungen einzelner „Vorbilder“ in Politik und Wirtschaft.

Wie handhabe nun die einzelnen Betriebe dieses Konzept? Verinfacht können wir die Unternehmen in zwei große Gruppen einteilen:
1. Unternehmen, bei dennen der Eigentümer deutlich mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht wird – dazu gehören so ziemlich alle KMUs sowie Großunternehmen im Eigentum weniger.
2. Unternehmen, die von angestellten Geschäftsführern geleitet werden und deren Eigentümer oft nicht personifiziert werden können – z.B. Aktiengesellschaften im Streubesitz bzw. börsennotierte Unternehmen.

In der ersten Gruppe bestehen die Grundsätze des CSR mitunter schon seit Jahren oder sogar seit Generationen.  Dies enfach deshalb, weil die persönlich identifizierbaren Unternehmer bei eventuellen  – oft nur aus Moralaspekten geprägten  – Missständen unmittelbar damit in Verbindung gebracht werden und damit auch die Verantwortung dafür übernehmen müssen.

Nachdem die Übernahme einer gesellschaftlichen Verantwortung für sie eine Selbstverständlichkeit darstellt, können diese Unternehmer oft wenig mit dem „neuen“ Konzept CSR anfangen – sie leben es ja schon seit jeher. Die zweite Gruppe hat den „Vorteil“, dass eine Personifizierung der Verantwortung im Zweifelsfall immer an die „anonymen“ Eigentümer weitergespielt werden kann. Und diese Eigentümer interessieren sich in der Mehrzahl primär für die positive Entwicklung ihres Aktienpaketes bzw. ihres Fonds. Umwelt – oder Gesellschaftsprobleme können oft nicht einmal erkannt werden (oder wer hat schon einmal die Unternehmen seines eigenen Rentenfonds gesehen? Wer weiß überhaupt deren Namen???).

Basierend auf diesen Basisparadigmen können wir auch die Umsetzung des CSR-Gedankens in zwei grobe Aktivitätsmuster einteilen:
a) effektive Veränderung im Verhalten der Unternehmen durch Implementierung des CSR-Gedankes in die „umgesetzte“ Strategie des Unternehmens.
b) Reine Marketingaktivitäten ohne direkten Zusammenhang zu den Unternehmensaktivitäten.

Damit wird der vereinfachte Slogan „Tue Gutes und sprich darüber!“ auf seine Glaubwürdigkeit hin geprüft. Womit wir bei der wahrscheinlich einzigen nachhaltigen Regelgröße füe die Verbesserung dieser gesellschaftlichen Verantwortung angelangt sind: dem Konsumenten. Wie reagiert dieser auf das Bekanntwerden von Missständen? Ist er bereit, die eventuell höheren Kosten für „verantwortlich“ hergestellte Produkte zu tragen?

Welcher ist nun der Zusammenhang von unternehmerischen CSR-Überlegungen und dem Naturgartenkonzept? Hierbei sind im wesentlichen drei Berührungspunkte zu identifizieren:

1. Das Naturgartenkonzept als Bestandteil der Ökologiefrage mit der Erhaltung kleiner lebenswerter Naturzellen die sich sowohl in gesonderten Gebieten, aber auch im unmittelbaren Umfeld von Unternehmen befinden können. Hier reicht die Paltette der Aktivitäten von Sponsoringmöglichkeiten bis zur naturgartenkonformen Gestaltung des Betriebsgeländes, bei dem auch andere verwandte Gedanken, wie z.B. Feng Shui einfließen können.

2. Der Naturgarten als sozialer Ruhepol füe die Mitarbeiter des Unternehmens. Dieser kann von einer erholsameren Pausengestaltung bis zu einem etwas anderen Seminarraum für viele Aktivitäten genutzt werden. Die Wirkung derartiger Öko- Oasen auf den einzelnen Menschen kann jeder an sich selbstg beobachten, indem er sich in die kurzfristige Urlaubsoase der unberührten Natur begibt. Der unmittelbare Erholungseffekt, der bei Bedarf auch für ungeahnte Konzentrationszustände genutzt werden kann, ist für jeden selbst erlebbar.

3. Eine organisierte Ansammlung von Naturgärten kann auch in der ökonomischen Frage eine wesentliche Bedeutung für Unternehmen einnehmen. Naherholungszentren oder touristische Projekte können auf  dieser Basis Erholungsbereiche für neue Gästeschichten schaffen.

Ein wesentlicher Vorteil der Idee des Naturgartens liegt, speziell auch für Unternehmen, in der flächenmäßigen „Kleinheit“ einzelner Gärten. Dadurch benötigt man keine Flächenausmaße wie beispielsweise für einen Naturpark. Kleine, autonome Zellen sind die Basis für eine flächendeckende Verbreitung dieser Naturgärten über eine ganze Region.

Diesen  Beitrag entnahm ich aus dem Buch „Das Herz von Kärnten – Vom Steinbruch zur Naturgartenvision“ und wurde vom  Autor auch für dieses Blog freigegeben.

1 Kommentar zu “„Naturgarten“ als Sponsoringobjekt für die Wirtschaft, von Hermann Senekowitsch”

  1. […] Lounge  kennen, wo in wunderbarer Weise  eine Philosophie zwischen Natur-Kleinräumen und Sponsoring erfolgreich  geschaffen wurde. Herzliche […]

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