Schutz – Erholung – Erziehung

Natur und Gartenobjekt in der Volksschule, von Christa Puxbaumer

Als ich vor einigen Jahren auf den Steinbruch im Keutschacher Seental aufmerksam gemacht wurde, war ich von Anfang an beeindruckt. Er war und ist ein Platz der Stille mit gleichzeitig exzellenter Akustik, ein wahres Juwel. Doch wie könnte man dieses der Öffentlichkeit nahebringen?

Puxbaumer Christa
Direktorin der Volksschule Keutschach

Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene ist es enorm wichtig, wieder mehr Ruhe in der Natur zu finden. Als Lehrerin fühle ich mich verpflichtet, meinen Schülern die Schönheiten der Natur zu zeigen, doch ohne die Unterstützung durch das Elternhaus ist jede erzieherische Tätigkeit von vorherein zum Scheitern verurteilt.

Ein Naturgarten würde jedenfalls viel dazu beitragen, auch junge Generationen wieder hinzuführen zu unserer herrlichen Natur – mitsamt ihren (schon fast vergessenen) Kräutern oder auch Tieren, die sich dort beobachten lassen.

Die Erziehungsaufgaben von Volksschullehrern sind im Lehrplan im allgemeinen Bildungsziel und in den didaktischen Grundsätzen verankert. Als Leiterin der Volksschule Keutschach war es mir wichtig, die Erziehung und die Föderung sozialer Kompetenz bestmöglich zu verwirklichen. Um alle Bereiche des „Kindseins“ und des Wachsens zu berücksichtigen, gibt es bei uns vier Jahresthemen: Gutes Benehmen / Soziales Lernen, Gesundheit, Kunst und Kultur, Natur und Umwelt. Diese Themen werden im Kreislauf behandelt, um jedem Kind die Möglichkeit zu geben, im Laufe der Grundschulzeit alle erleben zu können.

Im Schuljahr 2007/08 beschäftigten wir uns mit dem Jahresthema „Natur und Umwelt“. Dabei entstand in Zusammenhang mit Frau Sibylle Krassnitzer, der Umweltbeauftragten unserer Gemeinde, ein Pilotprojekt für Schulen im Auftrag der Kärntner Landesregierung (Abteilung 20, Unterabteilung Naturschutz): „Die Natur im Wechsel der Jahreszeiten“ (Finanzierung: Amt der Kärntner Landesregierung; Projektbeteiligte: Gemeinde Keutschach; Projektleitung: Astrid Brandstätter, Mag. Sibylle Krassnitzer, DI Lena Kerschbaumer)

1. und 2. Klassen , Schulgarten: Am Schulhof wird ein Schulgarten errichtet, außerdem wird ein Komposthaufen angelegt.
3. Klassen, Weidezelte: Errichtung von Zelten aus Weidenruten, Betreuung und Beobachtung derselben.
4. Klassen, Wasserbüffel: Feuchtgebiete, Wasserbüffel beobachten, Pflege, Nahrung. warum Wasserbüffel in Keutschach?

Ziel des Projektes war es, den Kindern ein Gefühl für die Natur und, im Speziellen, die Schönheit ihrer Heimatgemeinde zu vermitteln. In der zeit der vorwiegend elektronischen Massenmedien und der Informationsüberflutungen müssen Kinder wieder lernen, die Natur um sie herum nicht als selbstverständlich anzusehen und nur hinzunehmen. Kinder müssen lernen, die Natur wirklich zu sehen und sie bewusst zu betrachten, um sie genießen zu können. Im Rahmen des Projektes hatten die schüler auch die Möglichkeiten aktiv zu sein, selbst etwas herzustellen, einen Gemüsegarten zu bewirtschaften, zu jäten, und täglich zu gießen. Sie konnten die Pflanzen und Kräuter benennen und kosten. Sie lernten, was sie daraus herstellen können – für viele ganz neuartige Erfahrungen.

Ein dichtes Netz an Naturgärten für die Allgemeinheit könnte durch die Idee des Gebens und Nehmens – die Natur gibt uns so vieles, wir müssen nur hören, sehen und fühlen, um es zu begreifen – unsere Arbeit als Lehrer enorm erleichtern, aber auch Erziehungshilfen für Eltern sein. Dazu ist aber genauso eine funktionierende Verbindung zwischen Schule und öffentlichen Stellen, auch dem Tourismus, sehr wichtig. Am allerschönsten wäre es, sich grenzüberschreitend in Form eines Netzwerkes die Hände zu reichen zugunsten der Natur.

Diesen  Beitrag entnahm ich aus dem Buch „Das Herz von Kärnten – Vom Steinbruch zur Naturgartenvision“ und wurde von der Autorin auch für dieses Blog freigegeben.

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