Schutz – Erholung – Erziehung

Geomantische Untersuchung, von Dagmar Kalb

Die Sprache der belebten Natur ist symbolhaft. So kann ein herzförmiger Platz tatsächlich Herzenergie verströmen, er fühlt sich äußerst lieblich an, oder wir haben starkes Herzklopfen … Ein spitzer Fels kann ein Ort kräftiger Ausströmungen sein, ein rauschender Bach mitreißend.
Der Steinbruch in Keutschach besteht zum Beispiel aus Marmor, dieser ist unter hohem Druck und hoher Temperatur aus dem Erdinneren entstanden, hat in sich also in kristalliner Form diese Qualität gespeichert. Er ist ein Ort der Wandlung, ein Zugangsort zu dem liebevollen Wissen der Erde, ein stark von elementaren Kräften belebter Platz. Der Ort vermittelt eine eigene, vom Alltag etwas entfernte Welt. Im Schutz der Erde wird Wandlung durch Mithilfe der elementaren Welt möglich. So auch im geschützten Raum des Steinbruches.
Das ist leicht zu verstehen, wenn wir uns die Zeit nehmen, mit der Erde zu „sprechen“, denn Landschaften erzählen.

Kalb Dagmar, Mag.

Ihr beruflicher Weg führte zunächst zu den Naturwissenschaften (Studium der Chemie und Physik, Pädagogik, Psychologie, Philosophie, Unterricht als Professorin in Biologie, Chemie, Physik). Langjährige, biologisch wirtschaftende Landwirtin auf einem Selbstversorgerbauernhof, dreifache Mutter. Nach jahrelangem Praktizieren schamanischer Methoden ist sie seit acht Jahren zusätzlich ausgebildete und ausübende Geomantin. Bietet geomantisch geführte Wanderungen (ist zusätzlich Natur- und Landschaftsführerin) zu kraftspendenden Orten im Gemeindegebiet. In ihrer Tätigkeit als Autorin hat sie die besondere Qualität des Landschaftsraumes in ihren Büchern „Die geheimisvolle Drachin von Wörthersee“ und im Geomantieführer für Kärnten „Die Landschaft erzählt“ beschrieben.
Kontakt: Schlossweg 13, 9131 Grafenstein. Tel. 04225/2642, 0660/8113048, dagmar.kalb@gmx.at, www.sagenwanderungen.at

Sie beeinflussen uns in erheblichem Maße, wir reagieren darauf in verschiedenster Weise. Bestimmte Orte, Plätze, Regionen rufen bestimmte Gefühle in uns hervor, eine Wahrnehmungsebene, die nicht mehr rational beweisbar ist und dennoch jedem Menschen als Kontaktebene zur Natur zugänglich ist. Wieder andere Räume inspirieren uns. Das Wort inspirieren bedeutet „einatmen“. Wir atmen etwas aus der Natur ein, die Umgebung hat etwas, das wir aufnehmen und kreativ umsetzen. In manchen Naturräumen haben wir stark beeindruckende Wissenserlebnisse, so genannte Offenbarungen, und in wieder anderen werden wir geheilt.
Jeden Tag bewegen wir uns auf der Erde. Sie trägt, nährt und schützt uns. Sie lässt uns ihren Sauerstoff atmen, ihr Wasser trinken, ihre Früchte essen. Sie erfreut uns und lässt uns lebendig sein.

Die Natur hat vielschichtige Botschaften für uns und wir Menschen sind ein Teil davon.
Langsam erkennt auch der verstandesorientierte Mensch , dass es noch mehr zu entdecken gibt, und dass wie hier andere „Sinne“ einschalten müssen, um an die Erkenntnisse heranzukommen. Gewisse Räume sprechen eine unsichtbare Sprache, solche Orte verströmen Lebenskräfte und bringen uns zu einem inneren Klingen, Singen, Strahlen, Fühlen.

Jeder Landschaftsraum hat eine ganz spezielle Bedeutung, eingebunden und eingewebt in die vielschichtige Natur, in das Netz des Lebens.
Hier setzt die ganzheitliche Wissenschaft der Geomantie an. Sie verwendet nicht nur den rational-logischen Zugang der Umwelt, sondern setzt v.a. kontemplativ emotional-intuitive Methoden ein. Das führt zur Deutung der Natur, zum ganzheitlichen Erfassen der Botschaften von Orten und dem Verstehen der Weissagung der Erde. Sie zeigt uns, wer sie ist. Das bringt uns auch wieder zurück in unsere enorme Verantwortung der Erde, der Natur gegenüber, die wir jahrtausendelang sträflich vernachlässigt haben. Geomantie kann hier mithelfen, ein neues Bewusstsein und ein größeres, mehrdimensionales, ganzheitliches Verständnis von Raum und Natur zu schaffen.
Geomantie leitet sich vom griechischen Wort gaia = Wesenhaftigkeit der Erde und dem Sanskrit-Wort Mantra (=meditatives Einatmen, Deutung, Weissagung) ab.
Die Geomantie setzt sich also zum Ziel, die Menschen, die Natur umfassend und ganzheitlich mit allen Ebenen verstehen und kennen lernen zu helfen. Das Wesentliche dabei ist das Kommunizieren mit der irdischen Mitwelt sowohl im sichtbaren als auch nicht sichtbaren Bereich. In weiterer Folge geht es dann im Austausch mit ihr um energetische und seelischgeistige Phänomene von Orten und entsprechend respektvoller Bautätigkeit oder sonstiger menschlicher Einflussnahme in der Landschaft oder auch in Kleinräumen.
Im Sinne der auf natürliche Weise vorgesehenen Zusammenarbeit von Menschen-, Naturkräften und Naturwesenheiten ist bereits die Planung eines Naturgartens unter Berücksichtigung geomantischer Aspekte und Kriterien durchzuführen.  Nur dann ist der Einsatz  der Geomantie sinnvoll. Auf diese Weise kann schon von Anfang an Klarheit gewonnen werden über:
– geeignete Stantorte
-Schutzgebiete
-vorhandenes Potenzial (besonders Kräfte, Symbole usw.)
-bestmögliche Nutzung für alle beteiligten Ebenen (Menschen und Natur)
-Kriterien der Zielsetzung
-Art der schonenden Umsetzung in einer Praxis der Achtsamkeit

Es wird die Nachhaltigkeit im Sinne von achtsamen Umgang mit allen Wesen uns sichtbaren und unsichtbaren Ebenen der Natur gefördert.
Nochmals zum Verständnis: in der Geomantie geht es nicht nur um die physisch-botanischen, zoologischen und somatologischen Kriterien, sondern darüber hinaus um die speziell in unserer Kultur vergessene Wesenhaftigkeit und Belebtheit aller Naturphänomene (und Gegenstände), was sich in der Mehrdimensionalität der Landschaft ausdrückt.

In einem neuen Umgang mit der Erde und somit auch mit Kleinräumen wie dem Naturgarten muss an erster Stelle die Achtung vor der Natur stehen, vor ihren Wesen, von denen der Mensch nur eine Art darstellt, und vor ihren vielschichtig angelegten Aufgaben, die nicht alle im sichtbaren oder logisch messbaren Bereich und deren enorme Bedeutung und Funktionen zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes in der Natur und aller damit verbundenen sichtbaren natürlichen Kreisläufe sollten das Hauptkriterium sein, einen Ort als Naturgarten auszuwählen oder ihn in Ruhe zu lassen. Wir können damit von der in unserer Zivilisation üblichen einseitigen Benutzung (=Ausnutzung und Ausbeutung) von Naturräumen Abstand nehmen. Gerade ein Naturgarten kann hier auch darüber ein Bewusstsein schaffen, dass wir nicht einfach willkürlich einen Naturgarten in die Landschaft stellen, weil jede Gegebenheiten, besondere Strahlungsplätze, Orte mit überregionaler Funktion usw. mit berücksichtigt werden und, soferne schutzbedürftig, entweder unter besonderer Behutsamkeit in den Naturgarten miteinbezogen werden oder unter völligen Naturschutz gestellt werden.
Diesbezügliche Bewusstseinsarbeit ist noch für die meisten Bevölkerungsschichten zu vollbringen. Somit kann ein nach geomantischen Kriterien ausgesuchter, gebauter und inspirierter Naturgarten hier wesentliche Bildungsarbeit vollbringen.
Dazu wäre es nötig, die universellen Gesetze (die nicht gleich den irdischen sind) und ihre Wirksamkeit und Nutzung zu lernen. Mit entsprechender Vorbereitung, Üben der Kommunikation an entsprechenden Stellen eines Naturgartens, sind erfahrungsgemäß die meisten Landschaftsräume zu einer freiwilligen und lustvollen Mitarbeit für die Absichten des Menschen bereit. Ja, im Austausch mit den Kraftphänomenen, der geomantischen Struktur, dem spielerischen  Umgang und der regelmäßigen Überprüfungen liefert die Natur sehr häufig sogar phänomenale Inspirationen und kreative Lösungen für anstehenden Aufgaben.

Quelle: Kalb Dagmar: Wiedergeburt der Drache-in – mysthische Erzählungen um die geheimen Kräfte im Raum Reifnitz, Keutschach, Wörthersee. Eigenverlag, Garfenstein

Diesen Beitrag entnahm ich aus dem Buch „Das Herz von Kärnten – Vom Steinbruch zur Naturgartenvision“ und wurde vom der Autorin auch für dieses Blog freigegeben.

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